Konzept

1.  Definition

Die offene Ganztagsschule/ OGS ist eine familienergänzende Tageseinrichtung für Kinder im schulpflichtigen Alter (6 – 11 Jahren).

Innerhalb der Schule bietet sie Schulkindern umfassende sozialpädagogische Betreuungs-, Erziehungs- und Bildungsmöglichkeiten.

2.  Auftrag und Zielsetzung

Wir verstehen uns als Schaltstelle zwischen Institutionen wie:

  • Elternhaus
  • Schule
  • Schulsozialarbeiterin
  • Förderschullehrerin
  • Kooperationspartnern
  • Vereinen

Zum Wohl des Kindes gestalten wir unsere Arbeit mit einem hohen Maß an Transparenz und Offenheit. Wir sehen uns als verlässliche Anlaufstelle und bringen den Kindern ein großes Maß an Akzeptanz  und Vertrauen entgegen. Das Voneinander und Miteinander lernen ist der Schwerpunkt unserer Arbeit. Die Voraussetzung dafür ist Flexibilität und die Bereitschaft sich auf neue Gegebenheiten einzulassen.

Wie wir uns sehen – Was uns wichtig ist

Für uns steht das Kind mit seinen Stärken im Mittelpunkt. Wir unterstützen Kinder, so dass sie zu selbstsicheren und selbständigen Persönlichkeiten heranwachsen können. Wir wollen ihnen Fähigkeiten und Fertigkeiten zur Bewältigung ihrer jetzigen und den zu erwartenden Lebenssituationen vermitteln und ihre sozialen Kompetenzen stärken.

Kinder sollen und können bei uns:

  • sich geborgen fühlen
  • sich selbst bejahen
  • Eigeninitiative entwickeln
  • Gefühle und Bedürfnisse wahrnehmen und auch äußern können
  • Freundschaften schließen
  • die Umwelt erforschen und sich mit ihr auseinandersetzen
  • mit Spaß und Ausdauer spielen
  • eigene Stärken und Grenzen erkennen
  • Grenzen von anderen respektieren lernen
  • Kritik äußern und ertragen können
  • Konflikte mit Erwachsenen und Kindern bewältigen lernen
  • bewusste Rollenreflexionen und Rollenidentifikationen von Mädchen und Jungen
  • sich für ihre Rechte einsetzen
3.  Personalschlüssel in der OGS

Das Stammpersonal ist zu diesem Zeitpunkt mit sieben Erzieherinnen/ Sozialpädagoginnen vertreten:

  • 1 Koordinatorin ( 39 Std.)
  • 9 Erzieherinnen/ Sozialpädagoginnen
  • 1 Berufspraktikant
  • 2 pädagogische Mitarbeiterinnen
  • 2 Bfd-ler
  •  24 Lehrerstunden

Zur Unterstützung der Lernzeitbetreuung kommen 11 Schülerinnen des St. Ursula Gymnasiums. Sie kommen an unterschiedlichen Tagen. Das restliche Personal wird von Kooperationspartnern oder Honorarkräften gestellt.

4.  Tagesablauf in der OGS

Um die OGS – Arbeit, wie sie in der Regel geschieht, zu veranschaulichen, soll im Folgenden ein Tagesablauf mit all seinen Möglichkeiten exemplarisch dargestellt werden.

Vormittags

Koordinatorinnenaufgaben

  • Austausch mit den Kollegen/Innen
  • Gespräche mit Kooperationspartnern/ Aquises neue Kooperationspartner
  • Verwaltungsarbeiten
  • Gespräche mit Eltern, Lehrern und Mitarbeiter/Innen anderer Institutionen
  • Teilnahme an den Arbeitskreisen der OGS- Koordinatorinnen
  • Praktikant/Innenanleitung
  • Erzieherinnen – und Sozialpädagoginnenaufgaben
  • Reflexionsgespräche
  • theoretische und praktische Tagesplanung
  • Betreuung von Kindern in schulfreier Zeit
  • hauswirtschaftliche Tätigkeiten
  • Vertretung innerhalb der Schule
  • Tandem Gespräche LehrerInnen & ErzieherInnen
  • GU – Tandem Gespräche
  • Hospitationen im Unterricht
  • Teambesprechungen
  • Fortbildungen

Mittags von 12:00 bis 13.45 Uhr:

  • Begrüßung und individuelles Eingehen auf die Kinder
  • gemeinsames Mittagessen in gemütlicher Atmosphäre (7 Tische mit sechs Plätzen; insgesamt 42 Plätze), flutend in jeweils fünf Gruppen (11:35 Uhr bis 13.20 Uhr). Die Kinder werden in dieser Zeit von einer pädagogischen Kraft und einer Küchenhilfe begleitet. Sie sorgen gegenseitig für eine gute Atmosphäre am Tisch, reichen sich die Schüsseln, räumen ihren Tisch gemeinsam auf und decken für die nachfolgenden Kinder ein. (hauswirtschaftliche Tätigkeiten mit Kindern)
  • Freispiel – wird von sechs pädagogischen Kräften und Praktikant/In begleitet.

Lernzeitbetreuung

Die Lernzeitbetreuung findet in dem Zeitraum von 13.45 – 14.45 Uhr statt.

Die Kinder werden in jeweils acht Gruppen, entsprechend der jeweiligen Klasse, von einer Erzieherin beziehungsweise eines Lehrers und einer weiteren Kraft (Honorarkraft, Praktikanten oder Schülerinnen des St. Ursula Gymnasiums) betreut. Die Hausaufgabe ist eine Ergänzung des Lernstoffes, der im Unterricht behandelt wurde oder wird.

Ziele der Lernzeitbetreuung sind:

  • die Hausaufgaben in Ruhe erledigen zu können
  • in einem vorgegebenen Zeitraum (1. und 2. Klasse 30 min. und 3. und 4. Klasse 45 min.) konzentriert Arbeiten können
  • die Selbständigkeit der Kinder zu fördern
  • die Hausaufgaben zu begleiten
  • die Kooperation der Kinder untereinander zu fördern
  • die selbständige Organisation der Kinder zu fördern
  • die Ihnen zur Verfügung stehenden Materialien (Wörterbuch, Rechenmaschinen, Infoplakate usw.) sinnvoll zu nutzen
  • sich nach Beendigung der Hausaufgaben selbständig eine sinnvolle Beschäftigung zu suchen
  • eine enge Zusammenarbeit zwischen Klassenlehrer und pädagogischer Mitarbeiterin

Nachmittags

  • gezielte Kursangebote
  • gezielte Freizeitangebote
  • Kleingruppenarbeit
  • Einzel- und Gruppengespräche
  • gruppenübergreifende Angebote
  • Praktikanten/Innenanleitung
  • Tür- und Angelgespräche
  • Betreuung und Integration von Besuchskindern z.B. aus anderen städtischen offenen Ganztagsschulen
  • individuelles Freispiel

Nach Dienstschluss (je nach Situation und Notwendigkeit):

  • Gespräche mit Eltern, Lehrer/Innen und Mitarbeiter/Innen anderer Institutionen
  • Elternabende
  • Feste
  • Teilnahme an schulischen Veranstaltungen
  • Austausch mit den Kooperationspartnern
5.  Teamarbeit

Um die Interessen der Kinder zu vertreten und eine optimale fachliche Betreuung zu gewährleisten, ist es wichtig, dass ein regelmäßiger Austausch zwischen den Mitarbeitern/Innen des OGS- Teams, des Lehrerkollegiums, Betreuungsteams und den Kooperationspartnern stattfindet.

Folgende Inhalte sind hierfür von Bedeutung:

  • Auseinandersetzung mit pädagogischen Inhalten und konzeptionellen Arbeiten
  • Transparenz, Flexibilität und Offenheit in der Arbeit
  • Fallbesprechungen
  • Klärung von organisatorischen Fragen
  • Planung von Festen, Projekten und Ausflügen
  • Konstruktiver Umgang mit Konflikten innerhalb des Teams
  • Kollegiale Beratung
  • Weitergabe von Fortbildungsinhalten
6.  Zusammenarbeit mit der Schule

Durch das Zusammenführen der Kompetenzen von Schule und OGS soll eine neue Lernkultur zur besseren Förderung der Schüler/Innen in den Bereichen Bildung und Erziehung erreicht werden. Die Vernetzung fördert ein gegenseitiges Verständnis was sich in Geschlossenheit nach Außen äußert.

Die Zusammenarbeit gestaltet sich folgendermaßen:

  • regelmäßige Teilnahme der OGS Leitungen an den Lehrerkonferenzen
  • regelmäßige Teilnahme der Schulleitung und Schulsozialarbeiterin an den OGS Besprechungen
  • Teamentwicklung und vertrauensbildende Maßnahmen
  • gemeinsame Zielentwicklung und Zielüberprüfung
  • feste Besprechungstermine
  • regelmäßiger Informationsfluss
  • gegenseitige Hospitationen
  • gemeinsame Elterngespräche
  • gegenseitige Vertretung ( z.B. Lernzeitbetreuung, Unterricht, etc.)
  • nach Bedarf Tandem Gespräche
  • gemeinsame Feste & Exkursionen
  • regelmäßiger Austausch mit der Schulsozialarbeiterin
7.  Elternarbeit

Für unsere familienergänzende Aufgabe ist der Austausch zwischen Erzieher/Innen und Elternhaus notwendig. In der Wahl der Methoden und Formen sollen Erzieher/Innen möglichst flexibel sein.

Folgendes Spektrum an Möglichkeiten steht dabei zur Verfügung:

  • Elternabende (Informationsveranstaltungen, pädagogische Themen, gesellige Treffen)
  • bedarfsorientierte Gespräche über Erziehungs- und Lebensprobleme, Tür- und Angelgespräche
  • Einbeziehung der Eltern in den OGS- Alltag (Hospitationen)
  • Elternbriefe/ Telefonate
  • Ausflüge
  • Mitarbeit bei fortlaufenden Aktivitäten/Projekten
  • Teilnahme an Eltern- und Lehrer/Innengesprächen
  • Elternrat / Elterncafé
8.  Inklusion

Vielfalt macht stark und jedes Kind ist besonders“
(UN- Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung)

Um diese Vielfalt aufzugreifen findet regelmäßig, alle 14 Tage, ein fachlicher Austausch mit allen KollegInnen und der Schulsozialarbeiterin statt. Daraus entwickeln wir ein Handlungskonzept und gestalten entsprechend die Räume. Durch die unterschiedlichen Beobachtungsmöglichkeiten wird das Kind vor Ort ganzheitlich erfasst. Unser Kurskonzept unterstützt das Handlungskonzept. Sollten die erarbeiteten Konzepte nicht greifen wird der Kontakt zu entsprechenden Institutionen hergestellt.

  • Fachlicher Austausch
  • Handlungskonzept
  • Raumkonzept entsprechend gestalten
  • Kurskonzept
  • Unterschiedliche Beobachtungsmöglichkeiten
  • Kontakt zu anderen Institutionen
9.  Zusammenarbeit mit anderen Institutionen

Im Interesse des Kindes ist neben der Elternarbeit eine bedarfsorientierte Zusammenarbeit mit verschiedenen Institutionen möglich:

  • Kindergärten
  • Anderen Offenen Ganztagsschulen
  • Auf Wunsch der Eltern auch mit weiteren Institutionen wie z.B. Beratungsstellen, ASD, BSD…
10.      Öffentlichkeitsarbeit

Es ist wichtig, den pädagogischen Wert und die Arbeit der OGS nach „außen“ darzustellen, um einen angemessenen Stellenwert in der Öffentlichkeit zu erreichen.

Beispielsweise durch:

  • Feste (Tag der offenen Tür)
  • Präsentation der Projektwoche
  • Medien (Presse, Plakate, Flugblätter & Homepage
  • Informationsaushänge
  • Betreuung von Besuchskindern aus städtischen offenen Ganztagsschulen
  • Ausflüge während des Ferienprogramms
  • weitere Kontakte zu Behörden und anderen Vertreter des kulturellen, politischen und gesellschaftlichen Lebens wie z.B. Jugendhilfeausschuss, Kinderschutzbund, etc.
11.      Grenzen der OGS- Arbeit

Doch auch uns sind Grenzen gesetzt!

Bei allen Bemühungen, auf jedes einzelne Kind in seiner Persönlichkeit einzugehen, stoßen wir auch auf Grenzen, z.B.

  • wenn räumliche Möglichkeiten innerhalb der Einrichtung, Vielfältigkeit und differenziertes Arbeiten einschränken
  • personelle Engpässe (wenn Kollege/Innen und Lehrer/Innen fehlen)
  • Probleme, die über den Bildungsauftrag hinaus gehen, werden in Absprache an die entsprechenden Stellen weiter geleitet
  • begrenzte Möglichkeiten der Unterstützung durch Eltern
  • Informationen erreichen nicht immer alle
12.      Fortbildungen/ Bildungsurlaub

Regelmäßige Fortbildungen und Bildungsurlaub sind notwendig und anregend, um auf gesellschaftliche Entwicklungen eingehen zu können und dienen der individuellen Persönlichkeitsentwicklung.

Die Formen sind unterschiedlich:

  • Berufsbegleitende Fort- und Weiterbildung durch unterschiedliche Träger
  • Wochenendseminar
  • Informationsveranstaltungen/ Verträge
  • Bildungsurlaub
  • Fachtagungen
  • Verpflichtende Fortbildungen
  • Erste Hilfe
  • Hygieneschulung
  • Brandschutz
  • pädagogischer Tag (Teamentwicklung, Konzept..)
13.      Praktikant/In

Praxisanleitung hat einen besonderen Stellenwert auf Grund der Tatsache, dass wir mitverantwortlich sind für eine qualifizierte Ausbildung derer, die später unsere Kollegen/Innen werden.

Erforderlich hierfür sind:

  • die Zusammenarbeit zwischen Fachlehrern/Innen und Anleitern/Innen auf gleichberechtigter Ebene beider Lernorte, z.B. zeitliche und inhaltliche Absprachen der verschiedenen Praktika
  • eine gemeinsame Beurteilung und Notenfindung der Praktikant/In im Gespräch mit dem/r Anleiter/In, Schüler/In und Fachlehrer/In
  • regelmäßige Reflexionsgespräche zwischen Anleiter/In, Praktikant/In und Fachlehrer/In
  • gegenseitige Teilnahme und Mitarbeit an beiden Lernorten, z.B. Hospitationen oder Praktika des/r Fachlehrer/in in der OGS und dem/r Anleiter/In in der Fachschule
  • regelmäßige Fortbildung für Praxisanleitung, ggf. unter Einbeziehung des/r Fachlehrer/In
  • Das die Praxisanleitung ein zusätzlicher Aufgaben- und Verantwortungsbereich ist, der ggf. eine Freistellung von anderen Aufgaben erforderlich macht
14.      Kinderparlament

Regelmäßig tagt unser Kinderparlament. Die Zusammenarbeit zwischen Kindern und pädagogischen Mitarbeitern wird in Form von Partizipation gelebt.

Diese Treffen können wöchentlich, vierzehntägig oder auch monatlich freitags ab 15:00 Uhr bis 16:00 Uhr im Musiksaal oder Bewegungsraum stattfinden.

Je nachdem welche Themen anstehen.

Hier nun einige Themen:

  • Ferienprogramm zusammenstellen
  • gemeinsame Feste besprechen
  • Auswahl, Vorstellung und Wahl der Sprecher des Kinderparlamente
  • Neue Regeln aufstellen und besprechen
  • Regeln abwählen
  • Wünsche äußern können
  • Gänseblümchenrunde/Stolpersteine: Reflexion über Positives und Negatives in der Arbeit

Da nicht immer alles in der großen Runde bis ins Detail besprochen werden kann, wählen die Kinder der OGS ihre Sprecher.

Die Kinder aus der 3.und 4. Klasse können sich bei der Wahl zur Verfügung stellen.

Es können 10 Kinder gewählt werden.

  • Diese Kinder setzen sich mit einer Erzieherin zusammen. Sie besprechen anstehende Punkte (s. o.), die sie selbst als wichtig erachten. Die Ergebnisse dieser Besprechung im kleinen Kreis werden beim nächsten Treffen des großen Kinderparlamentes an Alle weitergegeben.
  • Die Sprecher des Kinderparlamentes haben auch eine Sprechstunde für die OGS Kinder. Dort haben die Kinder die Möglichkeit sich untereinander auszutauschen und Unterstützung zu erfahren.
  • Informationen können auch innerhalb der Lernzeit oder beim Essen weiter gegeben werden

Informationen zum Kinderparlament finden die  Kinder in dem Schaukasten im Flur der OGS.

 15.      Ausblick
  • Ausbau der OGS
  • Zertifikat für die OGS in einem Bereich wie z.B. Bewegung, Kunst…
  • Neue Kurse wie z.B Sicherheitstraining, Fahrradkurs…
  • Das Kinderparlament noch weiter Ausbauen…

Alle Inhalte sind unter der Berücksichtigung des Leitbildes der offenen Ganztagsschule im Primärbereich der Stadt Aachen erarbeitet worden.